Der heilige Theophan der Klausner

Der heilige Theophan der Klausner

Theophan der Klausner

Der heilige Theophan der Klausner (Georgij Wassiljewitsch Goworow, 1815–1894) gehört zu den bedeutendsten geistlichen Schriftstellern und Seelsorgern des russischen 19. Jahrhunderts. Sein Lebensweg führte ihn von einer gründlichen theologischen Ausbildung über den Dienst als Priester, Lehrer und Bischof bis zu einem freiwilligen Rückzug in die Einsiedelei, wo er seine letzten Jahrzehnte dem Gebet, dem geistlichen Schrifttum und der seelsorgerlichen Arbeit widmete.

Er wurde 1815 als Sohn eines Dorfpriesters im Gouvernement Orjol geboren. Nach dem Studium am Geistlichen Seminar von Orjol besuchte er die Kiewer Geistliche Akademie, die er mit dem Grad eines Magisters der Theologie abschloss. Während dieser Zeit reifte in ihm der Entschluss zum monastischen Leben; 1841 empfing er die Mönchsweihe und erhielt den Namen Theophan. Die Jahre seines weiteren kirchlichen Dienstes führten ihn unter anderem als Mitglied der Russischen Geistlichen Mission in den christlichen Osten. Besonders der Aufenthalt in Jerusalem und seine intensive Beschäftigung mit den griechischen Vätern und den alten Handschriften prägten sein späteres Wirken. 1859 wurde Theophan zum Bischof von Tambow geweiht, später auf den Bischofssitz von Wladimir versetzt. Als Bischof widmete er sich der geistlichen Bildung, dem kirchlichen Unterricht und der Verkündigung. 1866 bat er jedoch um seine Entlassung aus dem bischöflichen Dienst und zog sich in die Wyschenskaja-Einsiedelei zurück. Ab 1872 lebte er dort in strenger Abgeschiedenheit, widmete seine Tage dem Gebet und der Arbeit und setzte zugleich seinen seelsorgerlichen Dienst durch einen umfangreichen Briefwechsel fort.

In dieser Zeit entstanden beziehungsweise vollendete er zahlreiche seiner bedeutendsten Werke: Übersetzungen und Bearbeitungen patristischer Texte, Kommentare zur Heiligen Schrift sowie Schriften über das geistliche Leben, das Gebet und den Kampf gegen die Leidenschaften. Seine Briefe machten ihn zu einem geistlichen Ratgeber für Menschen verschiedenster Herkunft und Bildung. Auch aus der Abgeschiedenheit heraus blieb er auf diese Weise Seelsorger für Tausende.

Theophan der Klausner starb am 6. Januar 1894. Er hinterließ ein umfangreiches geistliches Schrifttum, das bis heute als Anleitung zum christlichen Leben gelesen wird. 1988 wurde er von der Russischen Orthodoxen Kirche kanonisiert. Seine Reliquien befinden sich in der Wyschenskaja-Einsiedelei, die bis heute eng mit seinem Namen verbunden ist.

Der Autor

Der heilige Theophan der Klausner

Auf orthodoxe-medien.de sind mehrere Werke Theophans des Klausners vertreten:

Darstellung der Lehre der orthodoxen Kirche
mit Hinweis auf die Unterschiede zu den Lehren der anderen christlichen Kirchen
Krankheit, Tod und Ewigkeit
Was ist das geistliche Leben und wie stimmt man sich darauf ein

Mehr über seinen Lebensweg und sein Wirken erfahren Sie auf deutsch-orthodox.de.