Vladimir Guettée (1816–1892) war ein französischer Priester, Historiker und Theologe, der nach langjährigem Studium der Kirchengeschichte aus innerer Überzeugung zur Orthodoxen Kirche übertrat. Sein Werk verbindet die Genauigkeit eines Historikers mit dem Zeugnis eines Menschen, der den beschriebenen Glauben selbst angenommen und gelebt hat.

Dieses Buch entstand auf eine außergewöhnliche Weise. Auf Bitte der russischen Kaiserin Maria Alexandrowna, einer gebürtigen Prinzessin von Hessen, verfasste Guettée eine zusammenhängende Darstellung der orthodoxen Lehre und erläuterte ihre Unterschiede zur römisch-katholischen, lutherischen und anglikanischen Tradition. Aus diesem Schreiben entwickelte sich eines der bedeutendsten apologetischen Werke des 19. Jahrhunderts.
Der Autor argumentiert ruhig und sachlich. Er verzichtet auf Polemik und persönliche Angriffe und stützt sich auf die Heilige Schrift, die Kirchenväter und die Überlieferung der ungeteilten Kirche. Gerade diese Klarheit und innere Aufrichtigkeit verleihen dem Werk bis heute seine besondere Aktualität.
Mehr als anderthalb Jahrhunderte nach seinem Erscheinen hat dieses Buch nichts von seinem Wert verloren. Manche historischen Urteile spiegeln selbstverständlich ihre Zeit wider. Doch die grundlegenden Fragen nach Wahrheit, Kirche, apostolischer Überlieferung und Einheit der Christen sind bis heute dieselben geblieben.
Die vorliegende Ausgabe ist die erste vollständige deutsche Übersetzung dieses Werkes. Sie möchte deutschsprachigen Lesern einen der bemerkenswertesten orthodoxen Autoren des 19. Jahrhunderts in einer sprachlich sorgfältigen und gut lesbaren Form zugänglich machen.
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